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Kühn intim und ungewöhnlich aufschlussreich sieht Jackie, wie ein südamerikanischer Provokateur gegen ein rein amerikanisches Idol antritt – und die Ergebnisse sind unvergesslich.

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Bekannt für seine düster-humorvollen Angriffe auf das chilenische Establishment in Filmen wie The Club und Tony Manero, ist Pablo Larrain sicherlich eine seltsame Wahl, um ein Biopic über Jacqueline Jackie Kennedy zu leiten, nicht zuletzt, weil er dazu neigt, seine Linse auf offensichtlichere Außenseiter zu richten.





Larrains mutige Entscheidungen werden in einem Film belohnt, der die Zeit unmittelbar nach der Ermordung von Präsident Kennedy im November 1963 abdeckt und eine überragende Leistung von Star Natalie Portman zeigt.

Jackie stellt fest, dass Larrain anscheinend als Director for Hire arbeitet. Zunächst zögerlich, ließ ihn der Produzent Darren Aronofsky – der ursprünglich selbst Regie führen sollte – an Bord überreden, und doch ist sein scharfer Blick reichlich zu sehen. Diese Anti-Establishment-Figur zeichnet genau diese Qualität von seinem Protagonisten aus, da Jackie (Portman) gegen Schlüsselfiguren des Weißen Hauses antritt und gegen ihre Ecke kämpft, während sie aus der Tür geführt wird, mit nur Bobby Kennedy (Peter Sarsgaard) an ihrer Seite.

Larrain weigert sich, vor der Grausamkeit dessen zurückzuschrecken, was Jackie mit grafischen, horrorartigen Rückblenden zu den Dreharbeiten durchgemacht hat. Das Filmen auf körnigem 16-mm-Film verleiht dem Film fast ein Home-Movie-Feeling, während die unerbittlichen Nahaufnahmen den Fokus um Jackie in den Tagen nach dem Tod ihres Mannes schärfen, sie eng anliegen und ihre Isolation betonen, als sie ihres First Lady-Status beraubt und verdrängt wurde von ihrem Zuhause.

Im Laufe der Stunden und Tage beobachten wir, wie Jackie versucht, ihre Tortur in der unsympathischsten Umgebung zu verarbeiten. Sie ist auf hoher See in einer politischen Maschinerie, die Lippenbekenntnisse zu ihrem Verlust ablegt, aber herzlos poltert und ihre Trauer als Unannehmlichkeit behandelt, ihre Orientierungslosigkeit wird durch Mica Levis benebelte Partitur verstärkt.

Obwohl Larrain uns kurz in glücklichere Zeiten zurückversetzt, taucht JFK selbst kaum auf (wenn er es tut, wird er dezent von dem unheimlich erinnernden Caspar Phillipson gespielt). Es ist eine klare Entscheidung, da der Film Jackie zumindest teilweise die Entstehung seiner Legende zuschreibt.



Präsident für nur zwei Jahre, zehn Monate und zwei Tage, ist Kennedys Vermächtnis durch die Kürze seiner Amtszeit gefährdet; sich dessen bewusst, besteht Jackie auf einer Beerdigung, die mit der Größe Lincolns konkurrieren kann, und vergleicht während eines sorgfältig geführten, zerstrittenen Interviews mit Billy Crudups Journalist – das als Rahmen für den Film fungiert – ihre kurze Regierungszeit im Weißen Haus mit dem mythischen Hof von Camelot.

Portman hat nie schöner oder selbstbewusster auf der Leinwand ausgesehen und präsentiert Jackie auf einer Ebene als Figur von fast parodistischer Weiblichkeit – und liefert ihre Zeilen in einer perfekten Imitation von Kennedys gehauchter Stimme, gleichzeitig undeutlich und abgeschnitten. Aber sie geht über den Identitätswechsel hinaus, um in die Tiefen von Jackies Verwüstung zu tauchen und ihre Substanz und ihren Stahl zu enthüllen.

Re-Kreationen von Jackies Fernsehspecial im Weißen Haus (in einer Note, die an die politischen Promos von Larrains Oscar-nominiertem Nein erinnert) verraten ihr Wissen und ihre Ehrfurcht vor der Institution, lassen sie aber auch ein wenig steif und absurd erscheinen, eine Person, die als entlarvt wird lediglich die öffentlich zugängliche, an Stepford Wife erinnernde Fassade, hinter der sich eine Schatzkammer der Persönlichkeit verbirgt.

Drehbuchautor Noah Oppenheim befragt sein Thema bewundernswert; Jackie behält ihre Würde, aber sie wird in bemerkenswerter Komplexität präsentiert – als zynisch, eitel, verletzlich, beeindruckend. Die Ausführung mag unkonventionell sein, vieles, was hier entdeckt wird, mag Spekulation sein, aber welch überzeugende, fesselnde Spekulation.

Indem der Film so viel von der Menschlichkeit dieser wunderbaren Frau preisgibt, konkretisiert der Film eine bis dahin rätselhafte Figur; Letztendlich sehen wir mit großem Stolz, wie Jackie nach seinem Tod aus dem Schatten ihres Mannes tritt und ihnen beiden einen Platz in der Geschichte gesichert hat.

Jackie kommt am Freitag, 20. Januar in die Kinos

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